Von 0,0 € auf 30 Millionen € Eigenkapital in 20 Tagen – Bilanzlifting mit unbekannten Reserven

Eines Tages rief mich der Geschäftsführer eines nicht unbekannten Fernsehsenders an. Er benötige 10 Millionen Euro, habe dafür prinzipiell einen sehr interessierten Kreditgeber, aber dieser ziere sich, will nicht an Bord kommen. Er wisse nicht genau warum er immer vertröstet würde. Ob ich helfen kann, die Finanzierung zu stemmen, er brauche nur das Geld?

Wir erbaten die Bilanzen der Gruppe, die aus drei Gesellschaften bestand, deren Gesellschafter Geschäftsführer immer der „Fernsehmensch“ selber war. Eine Konstellation „Unternehmensgruppe“ die auch Sie geschätzter Leser sicher gut kennen.

Sinnlos und gefährlich für das Geschäft, gut für den Steuerberater weil er drei Mal abrechnen kann für eigentlich nur eine Sache. Das gebetsmühlenhafte Argument der „Haftungsentbindung“ ist grottenfalsch weil die „gegenseitig abhängigen Gesellschaften“ im Insolvenzfall alle anderen mitreißen lässt. Pech gehabt? Nein, Falschberatung die an der Tagesordnung liegt.

Die nach Zögern vorgelegten Bilanzen entpuppten sich dann als noch nicht abgeschlossene vom Vorjahr, sind also über 14 Monate Geschichtsschreibung. Für das vor Monaten abgeschlossene Kalenderjahr „ … sind die Zahlen noch nicht fertig, aber eine BWA liegt vor“, ist auch hier eine Antwort, die ein völliges Missverständnis vom Rechnungswesen beim Unternehmer als auch beim Steuerberater aufzeigt. Wer will schon BWAs lesen bei Finanzierungsfragen; nur Banken horten diese um der Dokumentationsplicht nachzukommen.

Würden Sie ein altes Auto finanzieren das zudem noch gar nicht fertig gebaut ist? Investoren finanzieren in aktuelle Bilanzen und Geschäftspläne, nicht in Stories und schöne Augen, wohl aber auch in Persönlichkeiten und auch nur wenn die Zahlen stimmen.

Ach da war noch eine Kleinigkeit: Alle drei Bilanzen waren hoffnungslos überschuldet und zudem bestanden Forderungen von Lieferanten die damals schon über vier Monate alt waren. Der Gesellschafter Geschäftsführer steht also mit einen, nein mit beiden Beinen wegen Insolvenzverschleppung im Gefängnis. Nur weiß er das nicht, nicht mal der Steuerberater sagt es ihm, er würde ja den Mandanten verlieren.

Nach mehreren stundenlangen Gesprächen in denen wir uns viele und nicht relevante Geschichten höflichkeitshalber angehört haben – auch Fernsehleute sind Geschichtenerzähler, nicht nur Ingenieure und Betriebswirte – konnten wir mit der Überzeugung durchdringen nun die Buchhaltung des soeben vergangenen Jahres doch endlich fertig zu stellen und vorläufige Bilanzen zu erzeugen. „Puhh“ kam die Antwort des Steuerberaters, „ … das dauert aber mindestens 8 Wochen, weil …“ er so viel Arbeit habe. Das Unternehmen benötige aber Geld, sehr dringend sogar wie Sie sich vorstellen können, viel Geld und ganz schnell, sonst geht der Bildschirm beim Zuschauer und die Lichter beim Sender aus.

Ein nicht zu überhörender Hinweis an den Steuerberater zum Tatbestand der „Beihilfe zur Insolvenzverschleppung“ und einer unverzüglichen Meldung an die „Standeskammer“, scheint auch bei diesem Steuerberater dann wieder geholfen zu haben ihm einfallen zu lassen doch plötzlich Zeit zu haben. Binnen einer Woche war die Buchhaltung ajour und dann auch ganz schnell eine vorläufige Bilanz auf dem Tisch. Aber was sehen die Augen des Beraters, der ja nur Geld bringen sollte, sich aber doch bitte nicht ins Geschäft einmischen sollte, es aber doch tat? Es kam was immer kommt: Die Companies sind noch viel tiefer in die schon fast kriminelle Haftungsfalle und Straffälligkeitsfalle gerutscht als beim Bilanzbild zuvor. Dem Geschäftsführer wurde es nun heiß bewusst, denn er hat sich den Ratschlägen seines „Nur-Finanzberaters“ geöffnet.

Was tun? In der Privatschatulle ist schon lange kein Geld mehr, eine halbe Million € waren schon in die Firma versenkt. Klar der Aufbau eines Senders kostet Geld, viel Geld. Eine Million schuldet man den Gläubigern mittlerweile. Die Erträge reichen nicht zur Tilgung ohne neue Sendelizenzen, dazu aber braucht man frisches Geld, viel Geld, erst dann kommen auch mehr Umsätze rein. Na das konnte im Rahmen einer Geschäftsplanung durchaus plausibel nachvollziehbar sein, die wir parallel zu den endlosen Gesprächen mit dem Geschäftsführer, aufstellten. Ein echter Geschäftsplan, belastbare Zahlen, keine Phantasien lagen auf dem Tisch. Ein Plan der sich aus der Vergangenheit ableitet, über die Gegenwart nun die Zukunft plausibel projiziert und auch den Markt mit einbindet.

Fein, wenn da nicht immer noch juristisch die Pflicht zur Insolvenzanmeldung gewesen wäre. Was also tun – aufgeben? Echte Entrepreneure geben nicht auf! Besonders wenn sie gute Berater haben. Berater die vom juristischen so viel verstehen wie vom technischen, als auch vom betriebswirtschaftlichen. Berater die mutig genug sind, sich nicht hinter „Risiken“ und „drohenden Haftungen“ zu verstecken. Berater die Erfahrung haben, nicht solche die analysieren nur auf der Uni gelernt haben, ohne daraus Maßnahmen ableiten und umsetzen zu können.

Wir stellen also die Fragen, wie: „Woher kommenden die vielen Beiträge die Sie täglich im Fernsehen senden? Es sind doch hoch qualifizierte Dokumentarberichte aus einem immerwährend aktuellen Fachbereich und wir sehen in Ihren mittlerweile transparenten Zahlen keine Kosten für die Herstellung solchen Filmmaterials, wo kommt diese Rohware her?“. „Die liegt bei mir im Keller … “ erwidert der Unternehmer selbstbewusst „… ich bin der Erfinder dieser Sendereihe und als mein ehemaliger Arbeitgeber mich entlassen musste, habe ich die Rechte und das Filmmaterial als „goldenen Handschlag“ bekommen“.

„Was kostet die Herstellung einer Stunde Sendematerial und wie viele Stunden haben Sie im Keller liegen“? Wir wittern einen Goldschatz im Keller des Geschäftsführers, wie er bei vielen Gesellschaften dort lagert, ohne dass die leider bilanztechnisch und handelsrechtlich unwissenden Geschäftsführer davon wissen. „Na so gut 6.000 Stunden Filmmaterial, wenn ich davon heute eine Stunde produzieren müsste, würde das so … hmmm 7.000 Euro je Stunde Material kosten“.

Rechnen wir mal als Pragmatiker, ohne ganz genau zu sein, was natürlich ein Steuerberater von uns erwarten würde: Das ist ja eine Wert von über 40 Million Euro, ein Schatz von gut 40 Millionen im Keller der Gesellschaft und niemand weiß davon? Wir wussten schon vorher wonach wir mit fast kriminalistischer Technik suchen mussten und wir haben es auch hier wieder gefunden. Nun geht es nur noch darum, diesen Schatz aus dem Keller zu heben und in die Bilanz zu bekommen. Von der Pleite zu 40 Millionen Eigenkapital in 20 Tagen?

Der Schatz lag im Keller einer der drei Gesellschaften. Von mehreren Möglichkeiten – die wir natürlich alle aus Erfahrung kennen und schon oft realisiert hatten – kam nur eine einzige hier in Frage. Dazu schalten wir einen staatlich beeidigten Buchprüfer ein. Diese Fachgruppe ist aus Erfahrung pragmatisch, meist Juristen, so verstehen sie wirklich was vom Fach. Man bat ihn um die gutachterliche Bewertung des Filmmaterials. Zeitgleich bereiten wir die Fusion aller Gesellschaften zu einer einzigen vor; damit schlagen wir dann mehrere Fliegen mit einer Klappe.

Nicht nur, dass die Steuerberatung drastisch billiger und der Unternehmer viel mehr Überblick hat. Das wichtigste ist, wir heben den Schatz in dem diese „stillen Reserven“ der einen Gesellschaft durch „Verschmelzung auf“ die andere Gesellschaft erfolgt. Praktiker Trick Nummer 25, in allen Konzernen gang und gäbe, Steuerberater haben davon meist keine Ahnung. Sie sind bei uns, sehr geehrter Leser?

Dabei hat man nun – natürlich nach kaufmännischer Vorsicht geboten – 70 % des Schatzes in das Eigenkapital eingebucht, das waren dann satte 30 Millionen Euro. Auf einen Schlag war der Fernsehsender nun nicht mehr Pleite, sondern weist in einer zeitnahen Bilanz fast 30 Millionen Euro gutes Eigenkapital aus. Steuern? Steuern fielen natürlich keine an, man muss wissen wie es geht, dann geht auch das.

Kaum hat die nun „kapitalmarktfähige“ Gesellschaft die sehr aktuelle und werthaltige Bilanz nebst allen Gutachten und gut aufbereiteten Geschäftsplänen beim lange vorgehaltenen Kreditgeber eingereicht, wurden die gewünschten 10 Millionen Euro liquiden Kreditmittel zur Expansionsfinanzierung ausgereicht. Die lange offenen Verbindlichkeiten konnten nun getilgt und die Insolvenzgefahr damit beseitigt werden. Nun wurde kräftig mit erweitertem Geschäft durchgestartet.

Wie man nun aus den 30 Millionen Euro immateriellen und daher nicht liquiden Eigenkapital, zusammen mit den 10 Millionen Euro Kredit weiter 60 Millionen liquide Mittel als nicht rückzahlbares Eigenkapital in die Gesellschaft bringt, ist der zweite, nächste Teil dieser wahren Geschichte.

Aufsichtsrechtliche Zulassung von Grundschuld besicherten Darlehen durch Kapitalgesellschaften

Die optimal über private Kapitalgeber finanzierte Immobilie für Unternehmen eignet sich als notwendiges oder gewillkürtes Betriebsvermögen für Unternehmen ebenso wie für Investoren als Kapitalanlage und wegen des Sachwert-Charakters von Immobilien als Inflationsschutz und zur Ertragsvorsorge im Rentenalter (Altersvorsorge).

Die Immobilie ist auch in Zukunft eine gute, wertbeständige Kapitalanlageform, weshalb Anleger gern grundschuldbesicherte Darlehen bei guter Rendite begeben. Die Immobilie – ob als Wohnimmobilie oder als Gewerbeimmobilie – ist also bei professioneller Handhabung eine renditestarke, weitgehend sichere und attraktive Kapitalanlage, sowohl für den Privatinvestor als auch für den Unternehmensinvestor im Anlagevermögen.

Grundschuld  besicherte Darlehen stärken die Bilanz besser als andere alternative Finanzierungen

Darlehen ohne Nachrangklausel mit Grundschuld-Besicherung – gleich ob Erstrangdarlehen oder im zweiten Rang im Grundbuch besicherte Darlehen – ohne Eingriffsrechte Dritter sind ebenso nach dem Kreditwesengesetz ( KWG ) zulässig, wie private Nachrangdarlehen ohne Besicherung über ein öffentliches Darlehensangebot kapitalmarktfähig sind, so Dr. Horst Werner, Göttingen.

Das hat insbesondere Bedeutung bei der unternehmerischen Finanzierung von Immobilien, zumal die Immobilienkreditrichtlinie der Banken aus dem Frühjahr 2016 die Immobilienfinanzierung übermäßig beschränkt und gerade den Immobilienwert als Bonitätsgrundlage aushebelt. Die Strukturierung von Immobilienfinanzierungen hat sich deshalb in den vergangenen Monaten durch private Grundschulddarlehen erheblich verändert. Herkömmlicher Weise erhielt der Immobilienkäufer von der Bank ein erstrangiges, durch ein Grundpfandrecht besichertes Darlehen, wobei Geschäftsbanken regelmäßig bis 80% finanzieren und Hypothekenbanken gesetzlich an einen Beleihungswert von 60% des Verkehrswertes gebunden sind.

Nach der Grundsatzentscheidung der BaFin gilt das grundschuldbesicherte Darlehen nicht als Finanzinstrument im Sinne des Kreditwesengesetzes und auch nicht als Vermögensanlage im Sinne des Vermögensanlagengesetzes ( VermAnlG ), da in § 1 Abs. 2 Nr. 3 und 4 VermAnlG nur das partiarische Darlehen und das Nachrangdarlehen genannt sind ( so die BaFin ). Die Auffangklausel mit der Nr. 7 ist ebenfalls – so die BaFin – nicht einschlägig.

Der neue § 1 Abs. 2 Nr. 7 Vermögensanlagengesetz enthält zwar erstmalig eine Auffangklausel bzw. Generalklausel, wonach als Vermögensanlagen auch alle „sonstigen Anlagen gelten, die einen Anspruch auf Verzinsung und Rückzahlung gewähren“. Entsprechend dieser Generalklausel hätten auch grundschuldbesicherte Darlehen als Vermögensanlagen im Sinne des Gesetzes angesehen werden können. Für grundschuldbesicherte Darlehen wendet die BaFin jedoch diese Generalklausel nicht an.

Alle ( auch neuen ) Finanzinstrumente des Vermögensanlagengesetzes sind ohnehin nur dann zulässig, soweit sie keine Einlagengeschäfte gem. § 1 KWG darstellen. Dies ergibt sich explizit aus dem neuen § 1 Abs. 2 Nr. 7 letzter Halbsatz. Grundschuldbesicherte Darlehen wurden in entsprechenden Grenzen ( z.B. Besicherung bis zu 100 % ) von der BaFin auch bisher nicht als KWG-Einlagengeschäfte eingestuft. Eine Änderung der Beurteilung von grundschuldbesicherten Darlehen ergibt sich aus dem neuen Kleinanlegerschutzgesetz nicht. Die BaFin wendet also die Auffangklausel des § 1 Abs. 2 Nr. 7 Vermögensanlagengesetz nicht auf grundschuldbesicherte Darlehen an und lässt damit die grundschuldbesicherten Darlehen als einzige vollkommen BaFin-prospektfreie „Lücke“ offen.

Somit bleiben grundschuldgesicherte (Erstrang- oder Zweitrang-)Darlehen von privaten Kapitalgebern am Kapitalmarkt zulässig.

Voraussetzung für Erstrangdarlehen von privater Seite ist lediglich, dass dem erstrangigen Darlehensgeber eine Grundschuldabsicherung eingeräumt sein muss, die ihm selbst unabhängig von Dritten eigene Verwertungsrechte in Bezug auf die Grundschuld einräumt. Private (Erstrang) Darlehen bedürfen also für ihre kapitalmarktrechtliche Zulassung der Besicherung, während Nachrangdarlehen von Privat einer solchen Grundschuldbesicherung nicht bedürfen.

Auf Grund der gravierenden Verwerfungen im Bankenbereich, durch die schärfere europäische Bankenunion mit der Aufsicht durch die EZB und durch Basel III sind die Kreditinstitute zunehmend weniger bereit und in der Lage, Kreditrisiken zu übernehmen. Deshalb fordern die Banken von Immobilienerwerbern höhere Eigenkapitalanteile und verkaufen häufig zur Liquidierung ihre Altkredite auf dem Kapitalmarkt: Sie treten ihre Grundschuldforderungen aus in Schieflage geratenen Objekten zur Verwertung an Dritte ab, indem sie sich durch Ausgabe von Schuldverschreibungen (Verbriefungen) oder durch die Abtretung von grundschuldbesicherten Erstrangdarlehen am Kapitalmarkt frische Liquidität besorgen.

Für die kapitalmarktrechtliche Zulässigkeit der privaten grundschuldbesicherten Darlehen setzt die BaFin zum einen voraus, dass sich die Besicherung im Rahmen des Verkehrswertes der Immobilie bewegen muss. Dieser Verkehrswert kann entweder durch eine zeitnahe Kaufpreisvereinbarung oder durch ein Bewertungsgutachten nachgewiesen werden. Zum anderen muss die Grundschuldbesicherung so veranlasst sein, dass jeder Anleger als Darlehensgeber einen direkten Zugriff auf das Sicherungsmittel hat und unmittelbar im Falle von Nichtleistung des Unternehmens die Zwangsvollstreckung in das Grundstücksobjekt einleiten kann. Er muss die Möglichkeit haben, sich eine vollstreckbare Ausfertigung über die (Teil-)Grundschuld ausstellen zu lassen, ohne dass es der Zustimmung eines Dritten bedarf. Als verbotenes Einlagengeschäft bestimmt das Kreditwesengesetz ( KWG ) in § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 unbedingt rückzahlbare Gelder, wenn der Rückzahlungsanspruch nicht in Inhaber- oder Orderschuldverschreibungen ( = (Teil-)Grundschuldbrief ) verbrieft wird. Geschieht die Sicherung dadurch, dass für die Anleger keine (Teil-)Grundschuldbriefe ausgestellt werden, sondern nur der Mitbesitz am Stammbrief eingeräumt wird, so ist zusätzlich erforderlich, dass auf das Widerspruchsrecht bei Nichtvorlage des Grundschuldbriefs des jeweiligen Grundstückseigentümers aus § 1160 BGB bei Nichtvorlage des Grundschuldbriefs verzichtet und der Verzicht ins Grundbuch eingetragen wird.

Voraussetzung für das besicherte Darlehen von privater Seite ist ….

… dass dem Darlehensgeber eine Grundschuldabsicherung eingeräumt und eine (Teil-)Briefgrundschuld ausgestellt sein muss, die ihm selbst unabhängig von Dritten eigene Verwertungsrechte in Bezug auf die Grundschuld gewährt. Sofern ein Notar die (Teil-)Briefgrundschulden verwahrt, darf er keine eigenen Zurückweisungsrechte haben, wenn der Anleger eine vollstreckbare Ausfertigung beantragt.

Der Immobilienkredit wird bei Fremdvermietung der Immobilie im Wesentlichen aus den Mieterträgen abgezahlt bzw. getilgt. Die derzeitigen Immobilienrenditen liegen zwischen 3 % bis 8%, so dass bei den zur Zeit noch günstigen Zinsen Finanzierungsaufwand und Mietertrag zur Deckung gebracht werden können. Grundschuldbesicherte private Darlehensgeber können derzeit mit 3,5 % bis 4,5 % Zinsen p.a. gewonnen werden. Der sorgsame Kapitalanleger bekommt also bei einem günstigen „Einkaufspreis der Immobilie“ diesen Aufwand durch den Mieter vollends bezahlt. Selbst im Falle einer Verwertung bzw. Zwangsversteigerung der Immobilie (die eine Bank natürlich immer einkalkulieren muss) trägt der Kapitalanleger oder die Bank durch das eingesetzte Eigenkapital nur ein geringes Verwertungsrisiko. Wohnimmobilien schneiden regelmäßig in der Zwangsversteigerung besser ab als Gewerbeimmobilien. Deshalb lassen sich Wohnimmobilien leichter mit einem höheren Fremdkapitalanteil finanzieren. Der Kauf einer Mietwohnung kann somit eine krisensichere und rentable Geldanlage sein.

Bei der Immobilien-Kapitalanlage macht es einen Unterschied, ob die Immobilie zur Eigennutzung angeschafft wird oder ob die Immobilie zur Fremdnutzung und Vermietung an Dritte erworben wird. Im ersteren Falle werden Mietaufwendungen erspart und bieten Sicherheit gegenüber einem unsicheren Mietverhältnis oder einem unkalkulierbaren Vermieter. Im zweiten Falle der Fremdvermietung werden zusätzliche Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielt und es können Steuervorteile der Gebäudeabschreibung und der Werterhaltungs-Investitionen etc. genutzt werden. Allerdings dürfen die Steuervorteile mit regelmäßig 2% Gebäudeabschreibung und der Zinsaufwands-Absetzung nicht überschätzt werden.

Hypothekenanleihen zur Immobilien-Finanzierung sind als Finanzinstrumente eine durch Grundschulden besicherte Sonderform der Schuldverschreibung zur Finanzierung von Grundstücksrechten und Unternehmens-Immobilien. Baufinanzierungsanleihen lassen sich also auch bei privaten Kapitalgebern oder Anlegern realisieren und das Beteiligungsengagement der Beteiligungspartner absichern.

Die Hypothek bzw. Grundschuld wird zur Sicherung der Kapitalgeber in der III. Abteilung des Grundbuchs eingetragen. Es handelt sich hierbei um ein Pfandrecht an einem Grundstück bei der Realisierung einer Baufinanzierung oder einer Grundstücksfinanzierung. Als akzessorische Sicherheit ist die Hypothek vom Bestehen einer Forderung ( z.B. eines Immobiliendarlehens ) abhängig. Eine Hypothek kann als Buch- oder Briefhypothek oder auch als verbriefte Eigentümergrundschuld beim Amtsgericht eingetragen werden. Hypotheken oder Grundschulden können also nicht nur zugunsten von finanzierenden Banken ins Grundbuch eingetragen werden, sondern auch zugunsten privater Kapitalgeber im Rahmen einer Baufinanzierung oder einer Immobilienfinanzierung.

Von Dr. Horst Werner, Wirtschafts- und Kapitalmarktrechtler Göttingen

DOM Deutsches Ostforum München

DOM, das Deutsche Ostforum München, ist ein Verband von Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Politik, die sich für die Beziehungen zwischen Deutschland, und dabei im Besonderen Bayern, und den Ländern Osteuropas und Mittel-Osteuropas interessieren und engagieren.

25 Jahre nach der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Neuorientierung Europas, sind die vielfältigen und guten Beziehungen zu diesen Staaten für Jedermann in Deutschland ganz und gar selbstverständlich geworden. Aber die aktuelle internationale Lage zeigt auch sehr deutlich, dass gute Beziehungen zwischen Staaten und ihren Gesellschaften absolut nicht selbstverständlich sind. Sie sind ganz im Gegenteil äußerst sensibel und von einem permanenten, intensiven und von allen Partnern auch konstruktiv geführten Austausch abhängig. Dieser Austausch lebt von persönlicher Begegnung  und direktem Gespräch.

Vorsicht bei Überweisungen nach China

Die Chinaspezialistin der IHK München, Christine von Nell, mahnt die Unternehmen zu besonderer Vorsicht bei Geldüberweisungen nach China. Anlass sind alarmierende Lageberichte der AHK-Büros in China. Demnach häufen sich dort zur Zeit Klagen deutscher Unternehmer über falsche Kontoinformationen von Lieferanten. „Ursache sind vermutlich Hackerangriffe. Die per E-Mail versandten Rechnungen chinesischer Lieferanten werden abgefangen, verfälscht und mit manipulierten Kontodaten an die deutschen Käufer weitergeschickt“, erklärt von Nell. Als jüngsten Fall melden die AHKs eine deutsche Firma, die Schmuck bei einem Hersteller in Hongkong bestellte. Das Geld aus Deutschland kam beim Handelspartner in Hongkong nie an – das Ganze flog erst auf, als der Schmuckhersteller die fällige Zahlung anmahnte. IHK-Fachfrau von Nell bittet die Unternehmen daher darum, solche Zahlungsvorgänge vorab penibel zu prüfen. „Dazu gehört ein genauer Abgleich der E-Mail-Adressen, Firmendaten usw. Riskant ist vor allem E-Mail-Verkehr ohne SSL-Email Ver-schlüsselung, was häufig bei kostenlosen Providern wie Yahoo, Hotmail, 163.com, oder Sohu.com der Fall ist“, sagt die China-Expertin. Im Zweifelsfalle sollten unbedingt der Eingang und die Details der Rechnung vom Lieferanten telefonisch noch einmal bestätigt werden. „Bemerkt man die Fehlüberweisung rechtzeitig, lässt sich die Transaktion von der Bank noch stornieren. Ist es dafür zu spät, kann man höchstens noch über eine Strafanzeige bei den örtlichen Behörden versuchen, das Geld zu retten“, erklärt von Nell.

Die Chinaspezialistin der IHK München, Christine von Nell, mahnt die Unternehmen zu besonderer Vorsicht bei Geldüberweisungen nach China. Anlass sind alarmierende Lageberichte der AHK-Büros in China. Demnach häufen sich dort zur Zeit Klagen deutscher Unternehmer über falsche Kontoinformationen von Lieferanten. „Ursache sind vermutlich Hackerangriffe. Die per E-Mail versandten Rechnungen chinesischer Lieferanten werden abgefangen, verfälscht und mit manipulierten Kontodaten an die deutschen Käufer weitergeschickt“, erklärt von Nell. Als jüngsten Fall melden die AHKs eine deutsche Firma, die Schmuck bei einem Hersteller in Hongkong bestellte. Das Geld aus Deutschland kam beim Handelspartner in Hongkong nie an – das Ganze flog erst auf, als der Schmuckhersteller die fällige Zahlung anmahnte. IHK-Fachfrau von Nell bittet die Unternehmen daher darum, solche Zahlungsvorgänge vorab penibel zu prüfen. „Dazu gehört ein genauer Abgleich der E-Mail-Adressen, Firmendaten usw. Riskant ist vor allem E-Mail-Verkehr ohne SSL-Email Ver-schlüsselung, was häufig bei kostenlosen Providern wie Yahoo, Hotmail, 163.com, oder Sohu.com der Fall ist“, sagt die China-Expertin. Im Zweifelsfalle sollten unbedingt der Eingang und die Details der Rechnung vom Lieferanten telefonisch noch einmal bestätigt werden. „Bemerkt man die Fehlüberweisung rechtzeitig, lässt sich die Transaktion von der Bank noch stornieren. Ist es dafür zu spät, kann man höchstens noch über eine Strafanzeige bei den örtlichen Behörden versuchen, das Geld zu retten“, erklärt von Nell.

Mittelstand für differenzierte Anwendung der Basel-III-Regeln

Die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand, zu dessen Mitgliedern auch der DIHK gehört, hat sich einem Positionspapier für Nachbesserungen bei der Umsetzung der so genannten Basel-III-Regeln ausgesprochen. Darauf macht IHK-Finanzierungsspezialist Semir Fersadi aufmerksam. In dem Schreiben wird zwar das Ziel der EU-Kommission begrüßt, den Finanzmarkt durch die neuen Regelungen stabilisieren; gleichzeitig weisen die Unterzeichner aber darauf hin, dass das Basel-III-Regelwerk dafür nur teilweise geeignet sei.

Ein wesentlicher Kritikpunkt der Mittelstandsvertreter ist, dass bei der höheren Mindestkapitalanforderungen nicht zwischen klassischem Kreditgeschäft und kurzfristig orientiertem Eigenhandel unterschieden wird. „Das trifft das gesamte Geschäft der Institute“, heißt es in dem Papier. Nötig sei daher die „Absenkung der Eigenmittelunterlegung für Mittelstandskredite“, um die Kreditvergabe an den Mittelstand zu sichern. Ferner sprechen sich die Unterzeichner klar gegen eine „Eins-zu-eins-Übernahme von Basel III in Europa“ aus.

Sie schreiben, in Deutschland habe sich die historisch gewachsene Struktur der drei Säulen des Kreditgewerbes nicht zuletzt in der Finanzkrise bewährt und als stabilisierendes Element erwiesen. Diese nationale Besonderheit müsse bei der Umsetzung dieses Regelwerks ausreichend beachtet werden. In der Stellungnahme plädieren die Wirtschaftsorganisationen für eine „differenzierte Umsetzung“. Eine europaweit einheitliche Lösung sei im Interesse des deutschen Mittelstands abzulehnen.

Quelle: IHK München 2. August 2011

Die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand, zu dessen Mitgliedern auch der DIHK gehört, hat sich einem Positionspapier für Nachbesserungen bei der Umsetzung der so genannten Basel-III-Regeln ausgesprochen. Darauf macht IHK-Finanzierungsspezialist Semir Fersadi aufmerksam. In dem Schreiben wird zwar das Ziel der EU-Kommission begrüßt, den Finanzmarkt durch die neuen Regelungen stabilisieren; gleichzeitig weisen die Unterzeichner aber darauf hin, dass das Basel-III-Regelwerk dafür nur teilweise geeignet sei.

Ein wesentlicher Kritikpunkt der Mittelstandsvertreter ist, dass bei der höheren Mindestkapitalanforderungen nicht zwischen klassischem Kreditgeschäft und kurzfristig orientiertem Eigenhandel unterschieden wird. „Das trifft das gesamte Geschäft der Institute“, heißt es in dem Papier. Nötig sei daher die „Absenkung der Eigenmittelunterlegung für Mittelstandskredite“, um die Kreditvergabe an den Mittelstand zu sichern. Ferner sprechen sich die Unterzeichner klar gegen eine „Eins-zu-eins-Übernahme von Basel III in Europa“ aus.

Sie schreiben, in Deutschland habe sich die historisch gewachsene Struktur der drei Säulen des Kreditgewerbes nicht zuletzt in der Finanzkrise bewährt und als stabilisierendes Element erwiesen. Diese nationale Besonderheit müsse bei der Umsetzung dieses Regelwerks ausreichend beachtet werden. In der Stellungnahme plädieren die Wirtschaftsorganisationen für eine „differenzierte Umsetzung“. Eine europaweit einheitliche Lösung sei im Interesse des deutschen Mittelstands abzulehnen.

Quelle: IHK München 2. August 2011

Wertsteigerung durch Markenkommunikation

Marken sind im Laufe der Jahre immer wichtiger geworden und erlangen zunehmend mehr Einfluss auf unser tägliches Leben. Wir treffen auf Markenprodukte beim Einkauf, auf Plakaten, in Zeitschriften, im Fernsehen und natürlich auch im Internet. Das Markenverständnis, das jeder über Jahre aufgebaut hat, gibt uns die Sicherheit, Entscheidungen für oder gegen ein Produkt zu treffen. Nicht nur beim täglichen Einkauf oder auf Reisen, sondern etwa auch bei der Wahl unserer Bank und deren Produkten sind wir durch die jeweilige Marke und ihrer Wertigkeit in der Öffentlichkeit, beeinflusst. Als Endverbraucher verbindet man mit einer Marke Begriffe wie Entwicklung, Forschung, Qualität und Bestand. Die Prägung durch diese Parameter verbunden mit unserer Wahrnehmung der des Auftritts des markenführenden Unternehmens und seiner Produkte oder Dienstleistungen bringen uns schließlich dazu, uns für eine bestimmte Marke zu entscheiden. Dieser Mechanismus findet sich heute bei praktisch allen Unternehmen, die mit ihren Produkten oder Dienstleistungen an den Endverbraucher oder eine große Zahl von B2B-Kunden wenden. Auch Dienstleistungsunternehmen haben es daher für sich als wichtig erkannt, über die Marke erkannt zu werden.

Wertsteigerung

Doch wie schafft es ein Unternehmen, sich und seine Marke in der Öffentlichkeit nachhaltig strategisch zu positionieren? Für viele Unternehmen ist es im Laufe der Jahre selbstverständlich geworden, die Bedeutung und Notwendigkeit des richtigen Einsatzes von Kommunikationsinstrumenten wie PR oder Werbung zur Vermittlung der jeweiligen Corporate Identity zu verwenden. Diese Instrumente dienen dazu, eine Marke zu positionieren und zu kommunizieren, für welche Werte man steht. Was allerdings leider nicht so stark erkannt und in der Wahl dieser Instrumente miteinbezogen wird ist die Tatsache, dass gerade Markenkommunikation auch Einfluss auf den Wert eines Unternehmens hat, der zu Anfang nicht in den Bilanzen aufzuzeigen wird. Für die Markenbildung sind daher nicht nur die Kunden eines Unternehmens, sondern weitere Zielgruppen, wie etwa eigene Mitarbeiter, Journalisten, Lobbyisten, Interessensvertretungen und andere mehr zu berücksichtigen, denn diese Zielgruppen tendieren dazu, ein Unternehmen mit starker Marke viel höher zu bewerten als ein Unternehmen ohne bekannte Marke. Laut PricewaterhouseCoopers liegt der Anteil des Markenwertes eines Unternehmens am Unternehmenswert zwischen 18 und 62 Prozent. Je mehr sich ein Unternehmen mit seinen Produkten oder Dienstleistungen an den Endverbraucher wendet, desto höher ist bei erfolgreichen Unternehmen der Anteil des Markenwertes am Unternehmenswert.

Autoren: Mag. Sabine Duchaczek, Strategieberaterin mit Spezialgebiet Finanzkommunikation und Dr. Werner Albeseder, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Unternehmensberater, Wien, www.prime.co.at

Marken sind im Laufe der Jahre immer wichtiger geworden und erlangen zunehmend mehr Einfluss auf unser tägliches Leben. Wir treffen auf Markenprodukte beim Einkauf, auf Plakaten, in Zeitschriften, im Fernsehen und natürlich auch im Internet. Das Markenverständnis, das jeder über Jahre aufgebaut hat, gibt uns die Sicherheit, Entscheidungen für oder gegen ein Produkt zu treffen. Nicht nur beim täglichen Einkauf oder auf Reisen, sondern etwa auch bei der Wahl unserer Bank und deren Produkten sind wir durch die jeweilige Marke und ihrer Wertigkeit in der Öffentlichkeit, beeinflusst. Als Endverbraucher verbindet man mit einer Marke Begriffe wie Entwicklung, Forschung, Qualität und Bestand. Die Prägung durch diese Parameter verbunden mit unserer Wahrnehmung der des Auftritts des markenführenden Unternehmens und seiner Produkte oder Dienstleistungen bringen uns schließlich dazu, uns für eine bestimmte Marke zu entscheiden. Dieser Mechanismus findet sich heute bei praktisch allen Unternehmen, die mit ihren Produkten oder Dienstleistungen an den Endverbraucher oder eine große Zahl von B2B-Kunden wenden. Auch Dienstleistungsunternehmen haben es daher für sich als wichtig erkannt, über die Marke erkannt zu werden.

Wertsteigerung

Doch wie schafft es ein Unternehmen, sich und seine Marke in der Öffentlichkeit nachhaltig strategisch zu positionieren? Für viele Unternehmen ist es im Laufe der Jahre selbstverständlich geworden, die Bedeutung und Notwendigkeit des richtigen Einsatzes von Kommunikationsinstrumenten wie PR oder Werbung zur Vermittlung der jeweiligen Corporate Identity zu verwenden. Diese Instrumente dienen dazu, eine Marke zu positionieren und zu kommunizieren, für welche Werte man steht. Was allerdings leider nicht so stark erkannt und in der Wahl dieser Instrumente miteinbezogen wird ist die Tatsache, dass gerade Markenkommunikation auch Einfluss auf den Wert eines Unternehmens hat, der zu Anfang nicht in den Bilanzen aufzuzeigen wird. Für die Markenbildung sind daher nicht nur die Kunden eines Unternehmens, sondern weitere Zielgruppen, wie etwa eigene Mitarbeiter, Journalisten, Lobbyisten, Interessensvertretungen und andere mehr zu berücksichtigen, denn diese Zielgruppen tendieren dazu, ein Unternehmen mit starker Marke viel höher zu bewerten als ein Unternehmen ohne bekannte Marke. Laut PricewaterhouseCoopers liegt der Anteil des Markenwertes eines Unternehmens am Unternehmenswert zwischen 18 und 62 Prozent. Je mehr sich ein Unternehmen mit seinen Produkten oder Dienstleistungen an den Endverbraucher wendet, desto höher ist bei erfolgreichen Unternehmen der Anteil des Markenwertes am Unternehmenswert.

Autoren: Mag. Sabine Duchaczek, Strategieberaterin mit Spezialgebiet Finanzkommunikation und Dr. Werner Albeseder, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Unternehmensberater, Wien, www.prime.co.at